Die Zeiten ändern sich schnell

Dieser Artikel ist älter als 8 Jahre — im Internet eine sehr lange Zeit. Eventuell ist der Inhalt beziehungsweise sind die getroffenen Aussagen nicht mehr aktuell.

Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3

Die Diskussion in den einschlägigen Foren und auf den bekannten Internetseiten geht weiter und wird durch die neuen Versionen der beiden besten Fotoverwaltungsprogramme weiter angeheizt. In diesem Artikel werden die zehn besten neuen Funktionen von Aperture 3 herausgestellt.

Vergleich zwischen Aperture und Lightroom

In meinem Artikel Aperture vs. Lightroom: Version 3 – Vergleiche im Internet erläuterte ich die Schwierigkeiten sinnvolle Vergleiche der beiden führenden Softwareprogramme Aperture 3 und Lightroom 3 (beta) im Internet zu finden. In diesem und dem Schwesterartikel (Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 beta) möchte ich daher einen möglichst neutralen Blick auf die beiden aktuellen Versionen von Aperture und Lightroom werfen.

Top 10 Features Aperture 3

Ich erläuterte bereits in dem oben angeführten Artikel:

Bei den meisten Vergleichen der beiden Softwareprogramme, die Sie im Internet finden, liegen fast immer persönliche Interessen, Vorlieben und Anwendungsbedürfnisse beim Autor zu Grunde, die nicht unbedingt für Ihre Entscheidung wichtig sind.Quelle: Artikel vom 16.02.2010

Für mich gibt es elf (ich weiß, der Artikel heißt Top 10) gut umgesetzte Punkte in Aperture, warum ich es für mich und meinen Workflow ausgewählt habe:

  1. Import und Import Optionen

    Der neue Import ist gelungen. Zum einen beeindruckte mich die enorme Geschwindigkeit des Imports. Dies gab sogar Gene McCullagh, Autor bei Lighroom Secrets neidvoll in seinem Artikel Aperture 3: Is It Time To Switch? zu.

    Aber nicht nur die Geschwindigkeit gefiel mir, sondern auch die neuen Optionen beim Import: Man kann nun direkt aus dem Importdialog ein neues Projekt anlegen lassen und muss nicht erst wieder in die Bibliotheks-Verwaltung zurück kehren. Ebenso lassen sich sowohl JPEG als auch RAW Dateien einzeln oder beide zusammen importieren (sofern die Kamera dies ermöglicht). Auch ist es möglich korrespondierende RAW oder JPEG-Dateien zu den bereits imortierten Gegenstücken nachträglich zuzuordnen.

    Ein klasse Feature für mich ist das automatische Anwenden von Presets beim Import sowie das Zuweisen von zuvor festgelegten Metadaten (IPTC). Auch lässt sich bereits beim Import ein Backup anlegen.

  2. Fotobücher

    Das Erstellen von Fotobüchern ist toll umgesetzt. Aber nicht nur das Erstellen und Bearbeiten der Fotobücher in Aperture erfolgt in der gewohnt simplen und intuitiven Apple Art, sondern auch die gewohnte Qualität erhält man mit dem zugesandten Produkt. Die Bücher machen einen hervorragenden Eindruck, die Fotoseiten genügen höchsten Ansprüchen.

    Über vorgefertigte Themes lassen sich schnell und unkompliziert Fotobücher in verschiedenen Größen und Stärken erstellen. Wem dies nicht ausreicht, kann über Plug-ins weitere Anbieter (Couture, Graphistudio, Leather Craftsmen und Queensberry) anbinden. Des weiteren lassen sich Karten, die zuvor über „Orte/Places“ erstellt wurden, hinzufügen.

  3. Vollbildmodus / Full screen

    Diese Funktionalität bietet Lightroom nicht, auch wenn sich in Lightroom einzelne Bereiche ausblenden lassen, um so mehr Platz für den Hauptbereich zu erhalten, ein echter Vollbildmodus gibt es nicht. Aperture hingegen hat diese Funktionalität, die es bereits in der Vorversion gab, nochmals überarbeitet und ergänzt. Es wurde die Projektsicht und der Browser für den Vollbildmodus hinzugefügt. Ebenso lässt es sich nun über den Pfadnavigator leicht in der Bibliothek vor und zurück bewegen.

  4. Kein Sync, aber mobiler Workflow

    Ein großer Nachteil bleibt weiterhin, dass es nicht möglich ist seine Library über mehrere Macs zu syncen. Daher freue ich mich besonders über das neue Feature, welches es mir erlaubt, Teile meiner Bibliothek (Projekte, Alben, etc.) als eigenständige Bibliothek zu exportieren. So kann ich ein Teil meiner Fotos mit auf Reisen nehmen und diese auf meinem MacBook Pro weiter bearbeiten. Danach lässt sich die angepasste Bibliothek wieder importieren. Aperture erkennt dabei bereits vorhandene Projekte oder Alben und aktualisiert die neueren Daten. Zu diesem Feature gehört für mich auch, dass man nun schnell und bequem über das Menü zwischen verschiedenen Bibliotheken wechseln kann

  5. Videounterstützung

    Aperture 3 unterstützt nun auch den Import und die Verwaltung von Videoclips. Auf den ersten Blick scheint dies Apertures eigentlichem Zweck, ein Fotoverwaltungsprogramm zu sein, zu widersprechen. Dennoch bieten heutzutage die meisten Kameras neben den Fotos auch die Möglichkeit Videos aufzunehmen. Sicherlich ist es dann auch sinnvoll sowohl die Fotos als auch die Clips, die in einem Projekt zusammen aufgenommen wurden, gemeinsam zu verwalten.

    Sicherlich benötigt man keine komplette Videoschnittsoftware, sondern nur rudimentäre Optionen. Aperture 3 bietet daher folgerichtig die Möglichkeit, Clips zu organisieren, zu trimmen und auf entsprechende Onlinedienste hoch zu laden. Auch die Verwaltung dazugehöriger Audiodateien ermöglicht Aperture 3. Zusätzlich lassen sich auch aus den Clips JPEG-Bilder extrahieren.

  6. Dia-Show / Slideshow

    Die Implementierung von Diashows direkt in Aperture, so dass man nicht in ein anderes Programm wechseln muss (z.B. iMovie) ist sehr gelungen. Auch hier beeindruckt die einfache und übersichtliche Bedienung. In wenigen Augenblicken hat man eine professionell wirkende Dia-Show erstellt — inklusive passender Musik und tollen Effekten. Hier kann die Dia-Show Funktion von Lightroom meines Erachtens auch in der Version 3 (beta) nicht mithalten.

    Ein paar der Neuerungen bei Aperture 3:

    • Gesichter / Faces
    • Anpassungs-Voreinstellungen
    • Orte / Places
    • Pinsel / Brushes

    Wie bei den Fotobüchern lassen sich durch vorgefertigte Themes schnell ansehliche Dia-Shows erzeugen. Diese lassen sich on-the-fly (nur temporär) erzeugen oder auch als Slideshow in der Bibliothek abspeichern, um sie später weiter zu bearbeiten. Natürlich lassen sie sich auch in den heute üblichen Formaten für Videofilme exportieren. Darunter Formate für YouTube, iPhone, Apple TV, HD and 1080p.
    Es lassen sich auch benutzerdefinierte Größen und Frame Raten verwenden. Als Codec kann man entweder H.264 oder MPEG-4 nutzen.

  7. Farb-Labels and Markierungen

    Dies sind Features, die es schon lange bei Lightroom gibt. Bisher war es in Aperture nur möglich eine Bewertung mit bis zu fünf Sternen abzugeben (eigentlich sind es sieben Bewertungsstufen, da es noch die Stufen „abgelehnt“ und „kein Stern“ gibt).[1] Zusätzliche andere Kategorierungssystem sind jedoch für unterschiedliche Workflows und deren Organisation unabdingbar. Die Besonderheit, die es von Lightroom nun wieder abhebt, ist, dass die Farb-Labels auch im Finder zu sehen sind. Markiert man ein Foto in Aperture mit der Farbe „Blau“ (Bezeichnungen zu den Farben lassen sich in den Einstellungen individuell anpassen), erhält auch die Datei im Finder die Farbmarkierung blau.

  8. Gesichter / Faces

    Die Gesichtserkennung wird häufig als hippes Feature für die breite Masse, aber als überflüßig für den (semi-)professionellen Workflow abgetan. Mir kommt sie jedoch sehr gelegen. Ich hatte in der vorherigen Version noch alle meine Fotos von Personen so verschlagwortet, dass ich die Namen als Schlüsselwörter hinterlegt hatte. Dann legte ich intelligente Alben für die jeweiligen Personen an. Gesichter/Faces kommt mir daher sehr entgegen, da nun die Gesichter automatisch erkannt werden. Über den Eintrag Gesichter habe ich dann Zugriff auf die einzelnen Personen ohne dass ich extra nochmals intelligente Alben anlegen muss.

    Die Erkennung der Gesichter ist recht gut. Natürlich muss manchmal etwas nachgearbeit werden. Zum einen werden nicht alle Gesichter als solche erkannt, oder es werden Gesichter erkannt, die keine sind. Beides lässt sich aber manuel nachpflegen. Ist ein Gesicht/eine Person erkannt, schlägt Aperture weitere Gesichter vor, die dieser Person entsprechen können. Mit einem Klick kann man dieses Gesicht bestätigen, mit einem Doppelklick ablehnen. Für mich ein gelungenes Feature, das in Lightroom fehlt.

  9. Anpassungs-Voreinstellungen

    Auch diese Funktionalität gibt es bereits in Lightroom. Aperture 3 legt nach und setzt es gewohnt gekonnt um. Das Programm wird mit einem ausreichend guten Satz an Voreinstellungen ausgeliefert. Der Benutzer kann eigene Voreinstellungen abspeichern. Inzwischen bieten auch einige externe Anbieter Voreinstellungssets zum Download an, die sich über eine Plug-in Schnittstelle hinzufügen lassen.

    Anders als bei Lightroom kann man sich entscheiden, ob eine per Voreinstellung anzuwendende Anpassung die vorherigen ergänzen oder komplett ersetzen soll.

  10. Orte / Places

    Aperture 3

    Aperture 3

    Das Zuordnen von Orten zu Fotos entspricht der Verwendung von GPS-Informationen in den Exif– bzw. IPTC-Daten.[2] Ich speichere seit zwei Jahren per GPS-Logger auf meinen Fototouren die GPS-Koordinaten, an denen meine Fotos entstehen. Die gespeicherten Tracks (mit maximal 230000 Wegpunkten) importierte ich dann auf mein MacBoo Pro. Nun musste ich meinen Workflow so umständlich anpassen, dass es für mich zu einem sehr großen Aufwand wurde.[3] Wichtig für mich hierbei ist, dass ich die Möglichkeit habe, die GPS-Informationen direkt in der originalen RAW-Datei zu speichern.

    Aperture 3 bietet nun die Möglichkeit die Tracks zu importieren und in Aperture die Wegpunkte den Fotos zuzuweisen. Wenn die Kamera es unterstützt werden schon bei der Aufnahme die GPS-Informationen in den EXIF-Daten gespeichert (z.B. beim iPhone) und in Aperture erkannt. Aber selbst, wenn ich mal meinen GPS-Logger nicht dabei habe, besteht die Möglichkeit, den Fotos in Aperture einen Ort zuzuweisen, dazu wurden Karten von Google-Maps implementiert, auf denen man per Pin einen zuvor gesuchten Ort markieren kann.

    Die GPS-Unterstützung ist für mich eines der wichtigsten Features in Aperture 3, welches keine Berücksichtigung in Lightroom erfährt.

  11. Pinsel / Brushes

    Die Möglichkeit einzelne Bereiche in einem Foto partiell non-destruktiv anzupassen, gibt es in Lightroom bereits seit der Version 2. Ein Features also, dass in Aperture schon lange überfällig war. Aperture 3 hat hier nun kräftig nachgelegt. Anpassungen können nun per Pinsel partiell aufgetragen werden. Dabei lässt sich eine Kantenerkennung hinzuschalten sowie die Möglichkeit die Übergänge abzuschwächen (Feather Tool). Es lässt sich eine Überlagerunssicht aktivieren, so dass man erkennen kann, welche Bereiche man bearbeitet hat und wie stark das Auftragen der Anpassung erfolgt ist. Die Stärke der Anpassung lässt sich auch bei der Verwendung eines Grafik-Tablets über den Druck auf den Stift angleichen.

    Ein Vorteil nun wieder gegenüber Lightroom ist, dass sich nicht nur Anpassungen auftragen, sondern auch wegwischen lassen. Zum Beispiel kann man auf das gesamte Foto eine Anpassung „schwarz-weiß Foto“ hinzufügen. Danach kann man in einzelnen Bereichen das schwarz-weiße wieder entfernen und so die Farben wieder hervorbringen.[4]

Aperture 3 lohnt sich

Die eben aufgeführten Punkte in Aperture 3 unterstützen meinen persönlichen Workflow bei der Verarbeitung von Fotos so nachhaltig, dass ich mich für Aperture 3 entschieden habe. Wie bereits mehrfach erwähnt sind dies persönliche Gründe, die nicht unbedingt auf andere zutreffen müssen.
Im nächsten Artikel Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 beta werde ich die Top 10 Features von Lightroom 3 (beta) anführen, die mich womöglich zu einem Umstieg auf Lightroom 3 bewegen könnten.

Der Vergleich: Aperture 3 vs. Lightroom 3

  1. Aperture vs. Lightroom: Version 3 – Vergleiche im Internet
  2. Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3
  3. Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 (beta)
Marc Koschel

Über Marc Koschel

Fotograf • Musikhörer • Blogger • Denker • Kaffeetrinker
— Marc Koschel lebt bei Mannheim und bloggt seit 2001 über digitale Workflows

Dieser Unterhaltung fehlt Ihre Stimme

9 Kommentare bisher

1. Pingback

Avatar

Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 beta | koschel.IT
26. April 2010 um 16:42

[…] Aperture 3 und Lightroom 3 (beta) im Internet zu finden. Im ersen Teil zu desem Artikel (Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3) habe ich elf Eigenschaften von Aperture 3 aufgeführt, die ich in diesem Prgramm für […]

2. Pingback

Avatar

Tweets that mention Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3 | koschel.IT -- Topsy.com
28. April 2010 um 06:29

[…] This post was mentioned on Twitter by Marc Koschel. Marc Koschel said: Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3 http://bit.ly/bjuP9y […]

3. Pingback

Avatar

Aperture vs. Lightroom: Version 3 – Vergleiche im Internet | koschel.IT
5. Mai 2010 um 07:24

[…] Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3 […]

4. Kommentar

Avatar

Freddy Logger
13. Dezember 2010 um 05:58

Danke für diesen nützlichen Vergleich! Ich möchte nur einen 12. Punkt, der für mich extrem wichtig ist, hinzufügen:

Aperture hat zusätzlich ein Live-Backup-Funktion (z.B. auf einer externen Festplatte) beim Tethered-Shooting. Dies musste ich bisher als (mittlerweile Ex-)Lightroom-User sehr kompliziert mit einer zusätzlichen Live-Backup-Software einstellen, da ich einen einzigen Speicherort für Tethered-Shooting ziemlich unsicher finde.

5. Kommentar

Avatar

Martin F.
3. April 2011 um 14:04

Sehr gute Recherche und tolle Darstellung der vs. Punkte.

Zu: Orte / Places
Hier ist Nacharbeit von Aperture gefordert: will man eine Webseite anlegen die nach Orten sortiert sein soll dann läuft hier alles schief. Diese Funktion, sowie viele Sortierfunktionen im Bereich Web-Seiten erstellen und Diaschow-erstellen funktionieren nicht. Die Auswahl Untertitel sortieren findet sich in der Dateibezeichung wieder etc. – hier ist schlampig programmiert worden.

Ich benutzte Aperture, habe aber jetzt auch eine langen Hals nach LR gemacht und benutze nun (vorläufig) beide 3er Versionen.

Bitte weiter so…

Salut aus dem Elsaß
Martin

6. Pingback

Avatar

Vorschau auf Adobe Photoshop Lightroom 4 » koschel.IT
20. Februar 2012 um 12:11

[…] Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3 […]

7. Pingback

Avatar

Aperture vs. Lightroom: Version 3 – Vergleiche im Internet » Digital Workflows
1. März 2012 um 10:32

[…] Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3 […]

8. Pingback

Avatar

Vorschau auf Adobe Photoshop Lightroom 4 » Digital Workflows
6. März 2012 um 13:47

[…] Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3 […]

9. Pingback

Avatar

Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 » Digital Workflows
21. März 2012 um 12:30

[…] Aperture 3 und Lightroom 3 (beta) im Internet zu finden. Im ersen Teil zu diesem Artikel (Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3) habe ich elf Eigenschaften von Aperture 3 aufgeführt, die ich in diesem Prgramm für besonders […]