Die Zeiten ändern sich schnell

Dieser Artikel ist älter als 7 Jahre — im Internet eine sehr lange Zeit. Eventuell ist der Inhalt beziehungsweise sind die getroffenen Aussagen nicht mehr aktuell.

Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3

Die Diskussion in den einschlägigen Foren und auf den bekannten Internetseiten geht weiter und wird durch die neuen Versionen der beiden besten Fotoverwaltungsprogramme weiter angeheizt. In diesem Artikel werden die zehn besten neuen Funktionen von Lightroom 3 beta herausgestellt.

Vergleich zwischen Aperture und Lightroom

In meinem Artikel Aperture vs. Lightroom: Version 3 – Vergleiche im Internet erläuterte ich die Schwierigkeiten sinnvolle Vergleiche der beiden führenden Softwareprogramme Aperture 3 und Lightroom 3 (beta) im Internet zu finden. Im ersen Teil zu diesem Artikel (Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3) habe ich elf Eigenschaften von Aperture 3 aufgeführt, die ich in diesem Prgramm für besonders gelungen empfand und die in Lightroom fehlen oder schlechter sind. In diesem Artikel möchte ich nun die Top 10 Features von Lightroom 3 (beta) hervorheben.

Lightroom 3 beta

Lightroom 3 beta

Top 10 Features Lightroom 3 (beta)

Auch bei Lightroom 3 habe ich trotz der Bezeichnung Top 10 Features wieder elf Punkte, die ich vorstellen möchte. Ich werde im folgenden nur von Lightroom (LR) schreiben, beziehe mich aber immer auf die Version 3 und zwar die 2. beta Variante. Bei Aperture beziehe ich mich auch immer auf die Version 3.

  1. Videoimport und Sharing

    Ich habe diese beiden Features zusammengefasst, obwohl sie thematisch nicht zusammen gehören. Sie sind auch nicht die Knüller im Vergleich zu Aperture, aber für viele Ligtroom Nutzer sind sie erfreuliche und langersehnte Neuerungen. Lightroom ermöglicht endlich auch dem Import von Videos. Diese können somit nun auch in LR verwaltet werden. Ein Editierfunktion wie in Aperture ist allerdings nicht vorhanden.

    LR ermöglicht ab Version 3 das Teilen auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Flickr. Dies sind momentan auch die einzigen, die implementiert sind. Hier ist aber auch wie in Aperture damit zu rechnen, dass weitere folgen werden.

  2. Voller DNG-Support

    Wen wundert’s? Lightroom bietet volle Integration des Formats DNG. Da DNG von Adobe entwickelte wurde, ist es wenig überraschend, dass LR als Produkt aus dem gleichen Haus eine perfekte Unterstützung anbietet. So ist es zum Beispiel schon beim Import möglich Fotos direkt in das DNG Format wandeln zu lassen. Auch später ist ein Export in das DNG Format möglich.

    Nicht das Aperture keine Exportmöglickeit nach DNG böte, dennoch wirkt die Umsetzung in Aperture als notwendiges Übel. LR hat dies aus meiner Sicht besser und integrativer gelöst.

  3. Bearbeitunsmöglickeiten

    Hier merkt man auch, dass Adobe mit Photoshop mehr Erfahrung in der Bildbearbeitung hat. Gerade die neuen Bearbeitungsmöglichkeiten der Noise Reduction (Rauschreduzierung), Sharpening (Schärfen), Vignetting (Vinettierung) und Graining (Körnung) sind hervorragende Möglichkeiten Fotos nachzubearbeiten. Die Bearbeitung erfolgt in Echtzeit und sind sofort am selektierten Foto erkenbar und das auch noch in ausgezeichneter Geschwindigkeit (vgl nächsten Punkt).

  4. Performance

    Adobe hat den kompletten Unterbau von Lightroom überarbeitet. Dieses merkt man deutlich an der Performance des Programms. Auch auf meinem zweieinhalb Jahre alten MacBook Pro wurden die Änderungen schnell ausgeführt und dargestellt. Ohne konkrete Messergebnisse ergab sich für mich der subjektive Eindruck, dass ähnliche Bearbeitungsvorgänge wesentich schneller als in Aperture ausgeführt wurden.

  5. Auto-Sync

    Oftmals hat man mehrere Fotos, die ähnliche, wenn nicht sogar gleiche Aufnahmebedingungen aufweisen. Wenn man nun an einem Foto Verbesserungen (Weißabgleich, Aufhellen, Nachdunkeln, Scharfzeichnen, etc.) durchführt, so möchte man dies auch gleich für die anderen anwenden.

    Aperture ermöglicht hier, die Metadaten zu extrahieren und auf dann selektierte Fotos wieder anzuwenden. Dabei wird ein Dialog geöffnet, in dem man auswählen kann, ob man die Verbesserngen, IPTC-Daten, Bewertungen, Schlagwörter, etc. anwenden möchte. All diese Punkte lassen sich einzeln oder zusammen auswählen. Der Weg über extrahieren, Punkte auswähen, Bilder selektieren und dann wieder zuzufügen, erscheint mir zu umständlich.

    LR hat dies besser gelöst: Man kann zum einen nach Bearbeitung eines Fotos auf die Schaltfläche Sync klicken und alle weiteren selektierten Fotos erhalten die gleichen Anpassungen. Noch einfacher geht es mit dem Schalter Auto-Sync. Hier wählt man vorher mehrere Bilder aus, alle Änderungen, die man nun an einem Foto vornimmt, werden dann automatisch auf alle anderen selektierten Fotos übernommen.

  6. Importdialog

    Der Importdialog bietet eine klasse Abbildung des üblichen Workflow beim Import von Fotos. Das eingeblendete Dialogfenster kann über den gesamten Bildschirm vergrößert werden. Dabei gibt es zunächst eine klassische Dreiteilung:

    • links – von wo man importieren möchte (Kamera, Laufwerke, Speicherkarten, etc.)
    • mitte – was man mit den Fotos tun möchte (als DNG kopieren, kopieren, an eine andere Stelle bewegen oder einfach der LR-Datenbank hinzufügen)
    • rechts – wohin soll das Bild kopiert, bewegt oder hinzugefügt werden)

    Wenn man nicht möchte, kann man sich die Fotos, die importiert werden sollen auch anzeigen lassen. Die Quelle wird zuvor auf der linken Seite ausgewählt. Man hat dann nochmals die Möglichkeit nur einzelne zu selektieren und zu importieren. Dabei ist es sogar möglich, die Lupenfunktion zu verwenden um sich Details in den Fotos genauer zu betrachten. Ebenso lassen sich vorher definierte Presets beim Import anwenden.

  7. Zugriff auf Dateisystem

    Dies ist eine simple Funktionalität, die ich bei Aperture schmerzlich vermisse: Bei Aperture müssen alle Fotos zu erst importiert werden, bevor man sie sich in Aperture anschauen kann. Lightroom bietet hier einen einfachen Zugriff auf das Dateisystem an, so dass man Bilder, die auf der Festplatte oder angeschlossenen Laufwerken vorhanden sind, sich in LR ansehen kann. Eigentlich nichts besonderes, aber ich vermisse es in Aperture.
    Diese Aussage stimmt leider nicht. Genauso wie in Aperture müssen auch in Lightroom zunächst alle Fotos in die Lightroom Datenbank (Katalog) importiert werden. Dabei bildet Lightroom lediglich die Ordnerstruktur des Betriebssystems nach. Es werden aber nur Ordner angezeigt, die auch importiert wurden. Allerdings lassen sich aber Änderungen an der Ordnerstruktur in Lightroom direkt auf das Betriebssystem übertragen.

  8. History

    LR bietet eine Historie der an einem Foto vorgenommen Änderungen oder Verbesserungen an. So behält man im Überblick, was man an dem Foto bereits bearbeitet hat. Im Gegensatz zu Aperture, welches nur ein komplettes Rückgängigmachen einer Änderung ermöglicht, kann man in LR jederzeit zu einem zuvor gespeicherten Bearbeitungszustand zurück kehren.

  9. Aufteilung des Workflows

    Lightroom teilt den begrenzten Bildschirm sinnvoll auf. Um den Monitor nicht zu überfrachten hat man die verschiedenen Arbeitsbereiche im Workflow bei der Fotoverarbeitung auf unterschiedliche Oberflächen aufgeteilt. So gibt es den Bereich Library (Bibliothek), der hauptsächlich für die Verwaltung der Bilder und einiger wichtiger Korrekturen vorgesehen ist. Der Bereich Developpment (Entwicklung) ist für die Bearbeitung der Fotos bestimmt. Im Bereich Slideshow (Diashow) werden entsprechend kleine Videofilmchen der Fotos erstellt. Der bereich Print (Drucken) bietet vielfältige Möglichkeiten die Fotos zu Papier zu bringen. Letzendlich lässt sich im Bereich Web (Web) einfache Webseiten aus den Fotos in HTML oder Falsh erstellen. Durch diese Aufteilung behält man sehr gut den Überblick über seine Fotos und seinen Workflow.

  10. Print: Freies Layout

    Lightroom ermöglicht beim Druck ein leeres Blatt sich anzeigen zu lassen. Per Drag&Drop kann man nun Fotos darauf ziehen, die Größe und Position anpassen und genauso ausdrucken. Dieses freie Layout ist in Aperture nicht vorhanden.

  11. Wasserzeichen

    Ich vermisse in Aperture schmerzlich eine einfache Möglichkeit einen simplen Text als Wasserzeichen beim Export meiner Fotos einzufügen. In Aperture kann man zwar eine Bilddatei (z.B. *.psd) als Wasserzeichen einfügen und skalieren. Dies erscheint mir aber zu umständlich, da ich vor dem Export mir immer überlegen muss, ob ich eine passende Datei schon habe oder ob ich eine neue erstellen muss.

    LR bietet auch die Möglichkeit Bilddateien als Wasserzeichen einzufügen. Zusätzlich ist es aber möglich einen einfachen Text auf das Foto zu bringen, diesen kann man beliebig positionieren, die Deckkraft und Größe können selbstverständlich angepasst werden. LR erlaubt es sogar, verschiedenen Texte als Standard bei den Wasserzeichen zu speichern. Hervorragend gelöst, ich erwarte dies auch in Aperture, werde aber vergeblich darauf warten müssen.

Lightroom 3 beta lohnt sich

LR3 bietet einige Funktionen, die mich in Versuchung geführt hatten von Aperture zu Lightroom zu wechseln. Wie auch bereits im Schwesterartikel beschrieben, sind es immer persönliche Gründe, die das eine oder andere Programm favorisieren. Welche Gründe es bei mir waren, erfahren Sie im Artikel Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3.

Der Vergleich: Aperture 3 vs. Lightroom 3

  1. Aperture vs. Lightroom: Version 3 – Vergleiche im Internet
  2. Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3
  3. Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 (beta)
Marc Koschel

Über Marc Koschel

Fotograf • Musikhörer • Blogger • Denker • Kaffeetrinker
— Marc Koschel lebt bei Mannheim und bloggt seit 2001 über digitale Workflows

Dieser Unterhaltung fehlt Ihre Stimme

11 Kommentare bisher

1. Pingback

Avatar

Aperture vs. Lightroom: Version 3 – Vergleiche im Internet | koschel.IT
5. Mai 2010 um 07:25

[…] Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 (beta) Fußnoten […]

2. Pingback

Avatar

Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Aperture 3 - koschel.IT
14. Oktober 2010 um 09:29

[…] Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 (beta) […]

3. Kommentar

Avatar

Roey van Prime
6. Dezember 2010 um 15:57

Nach dem Artikel zu urteilen ist LR wohl das bessere Werkzeug?

Ich bin noch relativ jungfräulich was die Bearbeitung von Massen-Fotos angeht. Daher werde ich mir wohl LR besorgen 🙂 oder erstmal antesten.

THX für die Test!

Freundliche Grüße,
Roey

4. Kommentar

Avatar

Thomas
29. März 2011 um 20:09

Habe mir LR3 zum Testen runtergeladen.
Finde aber Punkt 7. Zugriff auf Dateisystem nicht?

Wo hat sich der Punkt versteckt ?

Grüße,
Thomas

5. Kommentar

Avatar

Martin F.
3. April 2011 um 13:55

Sehr gute Beschreibung der verschiedenen Programme. Über diese tollen Texte lässt sich aber auch vortrefflich Kritik an den Herstellern üben.

zu Print: Freies Layout – Aperture bietet den Leuchttisch mit der selben Funktion wie in LR an. Leider sind die Ausdrucke so schlimm unscharf, das die Funktion in Aperture nicht genutzt werde sollte.

Bitte weiter so…

Grüsse aus dem Elsaß

6. Kommentar

Avatar

Ludwig
29. September 2011 um 19:25

Sehr gute Beschreibung, nun liegt es an mir selbst welcher Software ich den Vortritt lasse.
Ich testete damals jeweils die Version 1, leider konnte mich keines der beiden Programme so richtig überzeugen , sodass ich bei Br und PS geblieben bin bis jetzt. Nun geht meine Suche in die nächste Runde.

viele grüße
Ludwig

7. Kommentar

Avatar

Herbert
20. November 2011 um 09:03

Vielen Dank für Ihren neutralen Vergleich.

Ich bin (noch?) Lightroom Nutzer (nunmehr 3.5) und weiss die Integrationsmöglichkeiten und Zusammenarbeit mit Photoshop zu schätzen. Allerdings seit ich neuerdings mit einem Mac arbeite gefällt mir die einfahce Bedienung von Aperture doch sehr. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind vielleicht bei Lightroom etwas besser, dennoch fällt mir die Entscheidung äusserst schwer. Ist vielleicht generell so wie mit Windows und Mac; Windows (lightroom) kann das meisste besser, das arbeiten mit dem Mac (Aperture) ist einfach irgendwie „hipper“ und in der Bedienung lockerer, einfacher.

Beste Grüße aus München

8. Pingback

Avatar

Vorschau auf Adobe Photoshop Lightroom 4 » koschel.IT
20. Februar 2012 um 12:15

[…] Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 […]

9. Pingback

Avatar

Adobe Photoshop Lightroom 4 » Digital Workflows
26. Februar 2012 um 14:46

[…] Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 […]

10. Pingback

Avatar

Vorschau auf Adobe Photoshop Lightroom 4 » Digital Workflows
6. März 2012 um 13:47

[…] Aperture vs. Lightroom: Top 10 Features Lightroom 3 […]

11. Kommentar

Marc Koschel

Marc Koschel
5. April 2012 um 11:35

Es hat sich ein Fehler im Text eingeschlichen: In Punkt 7 steht, dass ein einfacher Zugriff auf das Dateisystem möglich ist. Dies stimmt leider nicht. Genauso wie in Aperture müssen alle Fotos vorher in die Lightroom Datenbank importiert werden. Lightroom bildet nur die Ordner und Unterordner im eigenen Katalog nach.

Ich bitte meinen Fehler zu entschudigen.

Gruß Marc