Die Zeiten ändern sich schnell

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Foto Workflow Lightroom 3

Was heißt hier Foto Workflow Lightroom? Wenn das Foto erst einmal aufgenommen ist, beginnt die eigentliche Arbeit des Fotografen erst – meinen zumindest einige von Ihnen. Ich schließe mich diesen gerne an. Denn mit dem Foto in der Kamera lässt sich noch nicht viel anfangen. Diese müssen zunächst von der Kamera auf den Rechner importiert, dort in irgendeiner Art und Weise verwaltet, bearbeitet und dann entweder präsentiert, versendet oder Abzüge bestellt werden. Ich verwende für meinen Foto Workflow Lightroom 3 von Adobe.

Foto Workflow Lightroom 3

Was heißt Foto Workflow Lightroom 3? Man kann mehr Zeit mit seinen Fotos am Computer verbringen, als man für die Aufnahme selbt benötigt hat. Um die Zeit am Computer zu optimieren ist es hilfreich sich genau seinen Ablauf, den sogenannten Workflow, zu überlegen. Kennt man seinen Workflow und die richtigen Handgriffe dazu, spart man meistens Zeit. Seit ich Lightroom 3 verwende habe ich meinen Workflow zu früher angepasst. Den früheren Workflow mit Apple Aperture können Sie im Artikel Workflow für Fotografie am Mac nachlesen. In diesem Artikel hier beschreibe ich meinen aktuellen Foto Workflow Lightroom 3.

Was brauche ich?

Ich fotografiere normalerweise mit meiner Canon EOS 30D. Für die Verwaltung meiner Fotos am Rechner (Mac) verwende ich Lightroom 3 (Version 3.6). Ich habe mich bisher gegen ein Upgrade auf Version 4 entschieden, da mein Mac schon etwas älter ist und daher die Performance mit Lightroom 4 zu wünschen übrig lässt. Die Performance ist auch der Grund, warum ich nicht mehr Apple Aperture (Version 3) verwende. Innerhalb von Lightroom verwende ich einige Plugins, die ich im Laufe dieses Artikels erläutere.

Ebenso verwende ich ein iPad 2 mit 32 GB und der App Photosmith, auf die ich auch im Laufe des Artikels eingehen werde. Für das Überspielen der Fotos von der Canon EOS 30D auf das iPad 2 benötigt man das Apple Camera Connection Kit. Mit diesem kann man per USB-Kabel oder direkt durch Einlesen der SD Karte, die Fotos auf das iPad überspielen.

Wenn ich einmal ein paar Schnappschüsse mit meinem iPhone aufnehme, nutze ich Dropbox für die Übertragung auf meinen Rechner. Hierzu ist ein Account (kostenlos) bei Dropbox notwendig, so wie eine entsprechende Internetverbindung.

Wie kommen meine Fotos von der Kamera auf meinen Rechner?

Teil eins des Foto Workflow Lightroom ist der Import. Wie oben bereits erwähnt fotografiere ich üblicherweise mit meiner Canon 30D. Wenn ich zuhause oder am Wochenende fotografiere, dann werden die Fotos direkt von der Kamera auf meinem Rechner importiert. Bin ich auf Reisen und habe längere Zeit keinen Zugriff auf meinen Mac, importiere ich die Bilder zumeist erst auf mein iPad und, wenn ich wieder zuhause bin, von dort auf meinen Rechner. Selten fotografiere ich auch Fotos mit dem iPhone und importiere diese dann auch auf meinen Mac. Ich möchte Ihnen im folgenden diese drei Vorgehensweisen vorstellen.

Fotos direkt von der Kamera importieren

Habe ich meinen Rechner im Zugriff, verbinde ich meine Kamera per USB-Kabel mit diesem. Lightroom 3 habe ich bereits geöffnet. Sobald Lightroom meine Kamera als Quelle erkannt hat, wähle ich diese aus und erhalte im mittleren Bereich die Fotos, die sich auf der Kamera befinden, angezeigt. Als Ziel wähle ich meine externe Festplatte und als Art Kopieren. Es handelt sich dabei um eine 2TB Festplatte, die wöchentlich auf eine zweite externe Festplatte gespiegelt wird. Jeden Monat werden alle Fotos nochmals auf eine dritte externe Festplatte gespiegelt.

Datensicherung ist das A und O.

Beim Import der Fotos vergebe ich einen neuen Dateinamen (-1-) und wende eine Standardvorlage für IPTC-Daten an. (-2-) In dieser sind allgemeine Informationen, die immer gleich sind, bereits vorbelegt. Ob ich bereits ein Preset (Einstellungen zur Entwicklung) anwende, hängt von der Situation ab. Danach importiere ich die Fotos, die immer im RAW-Daten-Format vorliegen. (-3-) Die Bilder sind dann erst einmal in Lightroom bekannt. Die weiteren Schritte lesen Sie bitte unter dem Punkt Importiert – und nun?.

Importdialog in Lightroom 3

Importdialog in Lightroom 3

Fotos vom iPad importieren

Normalerweise nehme ich auf Reisen kein Notebook mehr mit. Fotos, die ich während meiner Reisen mit meiner Kamera aufnehme, überspiele ich per USB-Kabel und dem Camera Connection Kit auf mein iPad 2. Dort habe ich die App Photosmith installiert. In dieser App kann ich bereits Bilder markieren, bewerten und Farbmarkierungen zuweisen. Zurück vom Urlaub, kann ich per Plugin, die Fotos vom iPad direkt nach Lightroom importieren. Eine genaue Beschreibung der Vorgehensweise mit dieser App werde ich in einem eigenen Artikel erläutern.(-4-) Die weiteren Schritte lesen Sie bitte unter dem Punkt Importiert – und nun?.

Fotos vom iPhone importieren

Die Kameras von Smartphones werden immer besser. Ich verwende ein iPhone 4S und fotografiere damit gelegentlich auch Bilder. Auch wenn es meistens nur Schnappschüsse sind, so möchte ich diese dennoch in meinem Fotoverwaltungsprogramm (Lightroom) wiederfinden. Wie bereits erwähnt, ist die Synchronisation zwischen Apple und Adobe nicht ohne Weiteres möglich. Ich behelfe mir dabei mit dem Umweg über Dropbox. Dropbox ist eine Online Festplatte, die sich ohne größere Probleme in die Dateisysteme aktueller Betriebssystem (Windows, MacOS X, Linux) integriert und auch für viele gängige Mobilbetriebssysteme (iOS, Android, Blackberry, Kindle Fire) zur Verfügung steht. Das tolle an Dropbox ist, dass Dateien, die sich innerhalb der Dropbox Ordner befinden automatisch auf allen verbundenen Geräten synchronisieren.

Dropbox

Dropbox

Ich habe einen Account bei Dropbox. Über Dropbox habe ich unter anderem meinen Mac und mein iPhone verbunden. Für iOS gibt es eine eigene Dropbox App, die ich installiert habe. Seit einiger Zeit ist es möglich in den Einstellungen dieser App den automatischen Kamera-Upload zu ermöglichen. Damit werden alle Fotos, die ich mit meinem iPhone aufnehme, automatisch in einen Ordner meiner Dropbox kopiert, sobald ich eine Internetverbindung per Wifi (-5-) habe,. Diese stehen mir dann auch auf meinem Rechner zur Verfügung.

Von Zeit zu Zeit importiere ich dann die Fotos aus diesem Ordner in meinen Lightroomkatalog. Dabei verschiebe ich die Bilddateien aus der Dropbox auf meine externe Festplatte, zum einen, um Platz in der Dropbox zu sparen, zum anderen um die Fotos in mein Backup-Zyklus zu bekommen.

Es gibt noch eine Möglichkeit in Lightroom einen bestimmten Ordner überwachen zu lassen und somit automatisch die Fotos aus dem Dropbox Ordner in Lightroom zu importieren. Damit habe ich mich aber noch nciht auseinandergesetzt. Infos und Tipps nehme ich aber gerne über die Kommentare entgegen.

Fotos von anderen Quellen

Manchmal erhalte ich Fotos von anderen Personen oder von anderen Quellen (CD, USB-Stick, Speicherkarte). Diese kopiere ich zunächst auf meine externe Festplatte in eine bestimmte Ordnerstruktur.(-6-) Danach werden Sie über die Importfunktion in Lightroom, wie oben bereits beschrieben importiert. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Quelle nicht mehr die Kamera, sondern die Festplatte ist und anstelle von Kopieren wählt man Hinzufügen.

Importiert – und nun?

Der zweite Teil des Foto Workflow Lightroom besteht aus der Verwaltung der importierten Fotos. Irgendwann habe ich all meine Fotos in Lightroom vorliegen. Dabei gefällt mir an Lightroom, dass es zunächst einmal meine Ordnerstruktur vorhält. Bevor ich jedoch die importierten Fotos weiterbearbeite, fallen ein paar grundsätzliche Arbeiten an. Diese erläutere ich im folgenden.

GPS-Daten

Ich bin Fan GPS-Daten in meinen Fotos zu speichern, gerade dann, wenn ich auf Reisen bin. Abgesehen davon, dass etliche Dienste inzwischen anbieten, mit GPS-Daten versehene Fotos auf Karten darzustellen (Picasa, Flickr, etc), kann ich selbst immer erkennen, wo ein Foto aufgenommen wurde. Da meine Kamera aber selbst keine GPS-Daten in den Fotos speichern kann, musste ich hier einen anderen Weg wählen.

Ich habe mich für mein iPhone und die App Trails entschieden. Für Android gibt es natürlich ähnliche Apps. Trails ermöglicht es mir GPS-Daten mitzuloggen, d.h. es weden in sehr kurzen Zeitabständen meine GPS-Koordinaten aufgezeichnet und gespeichert. So ist es möglich den zurückgelegten Weg auf einer Karte oder in Google Earth nachzuverfolgen. Das Gute: Die Route lässt sich als GPX-Datei exportieren und z.B. per Mail verschicken. Ich kann auch in entsprechenden Portalen meine Routen übertragen und der Öffentlichkeit mitteilen (EveryTrail). Ich maile mir die Routen als GPX-Datei zu und speicher diese auf meiner Festplatte ab.

GPS-Daten in Fotos ermöglichen diese auf Karten darzustellen

Liegen die Routen in GPX-Format vor, wechsel ich wieder nach Lightroom. Dort habe ich das hervorragende Plugin Geoencoding Support von Jeffrey Friedl installiert. Das Plugin ist kostenlos, Jeffrey Friedl erwartet jedoch eine Spende. Sechs Wochen ist das Plugin voll funktionsfähig, danach wird die Menge der bearbeitbaren Fotos eingeschränkt. Das Plugin ermöglicht aufgrund der in den Fotos gespeicherten Aufnahmezeiten und der in den GPX-Dateien gespeicherten Zeiten zu den einzelnen Wegpunkten, diese miteinander zu verknüpfen. Es werden die aus den Routen ausgelesen GPS-Daten in den dafür vorgesehenen EXIF-Feldern in den Fotos gespeichert.(-7-)

JF Geoencode Support

JF Geoencode Support

Diese automatisierte Zuordnung der GPS-Daten erfolgt noch bevor ich verworfene Fotos aussortiere. Es kann jedoch vorkommen, dass einzelne Fotos keine GPS-Koordinaten zugeordnet bekommen. Natürlich kann es auch sein, dass ich bei einzelnen Shootings gar keine GPS-Daten aufzeichne. In diesem Fall bietet Geoencoding Support die Möglichkeit GPS-Koordinaten manuel aus Google Earth zu übernehmen. Eine manuelle Zuordnung erfolgt aber erst nach dem Aussortieren der verworfenen Fotos.

Aussortieren mit Farbmarkierungen und Abgelehnt

In Lightroom gibt es verschiedene Möglichkeiten Fotos in igendeiner Form zu markieren. Zum einen kann man Fotos Markierungen zuweisen. Lightroom stellt dabei die Status markiert, unmarkiert und abgelehnt zur Verfügung. Zum anderen gibt es fünf Farbmarkierungen, die man den einzelnen Fotos zuordnen kann. Letzendlich lassen sich Fotos mit einem fünf Sterne System bewerten.(-8-)

Markierung festlegen

Während des ersten Durchgangs beim Aussortieren nutze ich nur den Status Abgelehnt. Diesen erhalten alle Fotos, die unscharf, verwackelt oder einfach nichts geworden sind. Die anderen beiden Status verwende ich beim Aussortieren nicht (Unmarkiert ist der Standard für alle Fotos). Abgelehnte Fotos werden sofort in Lightroom ausgeblendet. Über einen Filter lasse ich mir diese später separat anzeigen, prüfe noch einmal, ob ich mich bei keinem Fotos vertan habe und lösche dann diese Bilder aus Lightroom und auch von meiner Festplatte.

Farbmarkierung festlegen

Markierungen in Lightroom

Markierungen in Lightroom

Die übrig gebliebenen Fotos schaue ich nun in einem zweiten Durchgang erneut an und versehe sie mit Farbmarkierungen.(-9-) Lightroom bietet fünf Farben an. Dies sind die Farben rot, gelb, grün, blau und lila. Den einzelnen Farben kann man Bezeichnungen zuordnen und ein Set der fünf Farben mit dazugehörigen Bezeichnungen als Farbmarkierungsvorgabe speichern. Normalerweise gibt es bereits ein Set Lightroom-Standard. Ist zum Beispiel auch das Programm Bridge von Adobe installiert, verfügt Lightroom auch über ein Bridge-Standard Set. Ich habe mir ein eigenes Set angelegt mit den folgenden Bezeichnungen:

  • rot – Aussortiert
  • gelb – Erneut Prüfen
  • grün – Behalten
  • blau – mkPhotographie
  • lila – Freunde und Familie

In diesem zweiten Durchgang verwende ich nur die Farben rot (verwerfen), gelb (erneut prüfen) und grün (behalten). Die Bezeichnungen der Farben sind selbst erklärend: Alle Fotos, die mir gefallen und die ich behalten will markiere ich mit grün, die Fotos, bei denen ich mir noch nicht sicher bin, markiere ich gelb und Fotos, die ich sicher aussortieren möchte, markiere ich rot.

  Behalten
  Erneut Prüfen
  Aussortiert
  mkPhotographie
  Freunde und Familie

Warum sortiere ich überhaupt nochmals Fotos aus? Ich habe ja bereits im ersten Durchgang alle Fotos gelöscht, die nichts geworden sind. Hätte ich da nicht auch die nun rot-markierten gleich löschen können? Nein! Auch die Fotos, die nun rot-markiert wurden, sind zunächst einmal etwas geworden. Ich fotografiere aber häufig Serien von einem Motiv (5-10 Fotos hintereinander). Davon möchte ich aber nur eins, maximal zwei behalten. Alle anderen der Serie werden rot markiert. Bei anderen Fotos ist es so, dass sie zwar technisch in Ordnung, aber von der Motivwahl oder dem Inhalt aus meiner Sicht nichts geworden sind. Diese werden auch rot markiert.

Fotos, bei denen ich mir nicht sicher bin, erhalten eine gelbe Markierung. Diese werden im Anschluss alle nochmals betrachtet und entweder rot oder grün markiert. Es gibt am Ende keine gelb markierten Fotos mehr!

Im Anschluss an die Farbmarkierung erstelle ich eine Smart-Sammlung aller grün-markierten Fotos, denn nur mit diesen werde ich weiterarbeiten. Werden die rot-markierten Fotos auch gelöscht? Nein, ich hebe diese auf. Ich weiß, ich müsste radikaler löschen, dies bekomme ich aber momentan nicht übers Herz. Ich lösche aber bereits im ersten Durchgang sehr großzügig.

Bewertung festlegen

Im dritten Durchgang betrachte ich nun nur noch in der neu angelegten Smart-Sammlung die grün-markierten Fotos. Lightroom bietet die Möglichkeit Fotos mit keinem oder bis zu fünf Sternen zu bewerten. Ich hatte anfangs immer Probleme eine eindeutige Zuordnung zu den einzelnen Bewertungen (Sternen) zu treffen. Ich habe mich dann für ein System entschieden, bei dem ich mir Fragen zu den Fotos stelle, um sie so besser einordnen zu können.(-10-)

Sammlungen

Ich hatte bereits erwähnt, dass Lightroom, die auf der Festplatte angelegte Ordnerstruktur im Programmfenster vorhält. So habe ich Zugriff auf alle Fotos, die in den einzelnen Ordnern auf meiner Festplatte liegen. Dabei ist aber zu beachten, dass ein Ordner auf der Festplatte erst sichtbar wird, wenn er in Lightroom importiert wurde. Über vielfältige Filter lassen sich dann die Fotos zusammenfassen. Die Filter beziehen sich immer auf den Ordner (inklusive Unterordner – sofern eingestellt), den man selektiert hat. Diese Filtereinstellungen sind jedoch nicht von Dauer.

Sammlungen

Sammlungen

Hier kommen nun die mächtigen Sammlungen von Lightroom ins Spiel. Sammlungen sind virtuelle Zusammenstellungen mehrerer Fotos. Dabei können die Fotos aus einem oder verschiedener Ordner kommen. Die Fotos werden physikalisch auf der Festplatte nicht verändert oder kopiert. Sammlungen sind virtuelle Ordner innerhalb von Lightroom und arbeiten mit Verweisen auf die Originaldatei. Dies bedeutet, dass Fotos in mehreren Sammlungen vorkommen können, ohne dass sie mehrfach auf der Festplatte vorhanden sein müssen. Dies wiederum heißt auch, dass Veränderungen (Entwicklungen, wie z.B. schwarz-weiß) an einem Foto in einer Sammlung in allen anderen Sammlungen, in dem das Foto erscheint, und natürlich im Ordner selbst sichtbar sind.

Ich kann nun also mehrere Fotos markieren und sie zu einer Sammlung hinzufügen. Fotos lassen sich auch später noch einzeln zu einer Sammlung zuordnen. Eine besondere Art der Sammlung sind Smart-Sammlungen. In Smart-Sammlungen kann man Fotos nicht manuell hinzufügen, sondern man legt Filterkriterien fest. Lightroom sucht dann alle Fotos innerhalb des Lightroomkatalogs, die diesen Filterbedingungen entsprechen. Eine Smart-Sammlung ist vergleichbar mit den intelligenten Alben aus iTunes. Mehrere Sammlungen lassen sich in einem sogenannten Sammlungssatz zusammenfassen. Ein Sammlungssatz kann mit einem Ordner im Dateisystem verglichen werden.

Ich lege immer für eine Fotosession (z.B. eine Urlaubsreise, ein Shooting) zunächst ein Sammlungsset an. Innerhalb des Sammlungssets erstelle ich dann eine Smart-Sammlung mit allen grün-markierten Fotos. Sofern vorhanden erstelle ich zwei weitere Smart-Sammlungen für alle 4 Sterne und alle 5 Sterne Fotos. Weitere (Smart-)Sammlungen kommen dann je nach Bedarf hinzu (z.B. Schwarz-Weiß Entwicklungen, bestimmte Motive, besondere Effekte, bestimmte Personen auf den Fotos etc.)

Erst wenn alle Fotos von der Kamera ihren Weg nach Lightroom gefunden haben, (nicht) markiert und einer Farbe zugewiesen wurden, eine Bewertung erhalten haben und einen Platz in entsprechenden erstellten Sammlungen gefunden haben, ist für mich der Importvorgang abgeschlossen. Erst jetzt mache ich mich daran die Fotos weiterzubearbeiten (entwickeln) und auszustellen (exportieren).

Fotos entwickeln

Teil drei des Foto Workflow Lightroom ist die Entwicklung der Fotos. Alle Fotos sind nun in Lightroom und ich habe eine Sammlung, in der alle von mir als gut befundenen Fotos (grün-markiert) vorhanden sind. Diese gilt es nun zu entwickeln. Warum muss ich denn die Fotos überhaupt entwickeln? Das sind doch digitale Bilder, die bereits entwickelt sind und nur ausgedruckt werden müssen, oder? Nicht ganz! Die Fotos liegen im RAW-Daten Format (*.cr2) vor.(-11-) Auch wenn Lightroom die Bilder korrekt am Monitor darstellt, können andere Programme, die kein RAW-Konvertierungsmodul besitzen, mit diesen Bilderdateien nichts anfangen.

Entwicklungsmodul

Entwicklungsmodul

RAW Bilder enthalten eigentlich nur Helligkeitsinformationen zu den einzelnen Farbkanälen. Bevor man diese Bilddateien ausdruckt, auf Online-Alben ausstellt, per Email verschickt oder Abzüge bestellt, müssen diese erst in ein gängiges Bildformat (meistens JPEG) konvertiert werden. Dazu müssen Informationen zu Weißabgleich, Kontrast, Belichtung, Helligkeit, Farben und vielem mehr eingestellt werden. Die Bearbeitungen und Korrekturen werden jedoch zunächst nur in der internen Datenbank von Lightroom gespeichert, das heißt, dass die Originale nicht verändert werden und immer genau so erhalten bleiben (nicht-destruktive Bearbeitung).(-12-) Zwar bietet Lightroom eine Standardeinstellung an, so dass man die Fotos direkt nach dem Inport exportieren könnte, es bietet sich jedoch an verschiedene Einstellungen zunächst vorzunehmen. Ich werde in einem anderen Artikel ausführlich über die verschiedenen Einstellungen bei der Entwicklung von RAW-Daten eingehen.(-13-)

Lightroom bietet neben dem Entwicklungsmodul mit allen Einstellmöglichkeiten auch im Bibliotheksmodul eine Ad-hoc-Entwicklung an, die nur rudimentäre Anpassungen in Form von Presets, Weißabgleich und Tonwertkorrekturen erlaubt. Ich verwende die Ad-hoc-Entwicklung so gut wie gar nicht, sondern entwickle meine Fotos immer in dem dafür vorgesehenen Lightroom-Modul. An dieser Stelle möchte ich einen allgemeinen Einblick in meinen Workflow geben, ohne mich im Detail der Fotoentwicklung zu verlieren. Die Entwicklung der Fotos kann entweder durch den Lightroom Standard erfolgen, man kann sogenannte Vorgaben (Presets) verwenden oder manuell jeden einzelnen Schalter bzw. Schieber selbst regeln.

Standardeinstellung

In den Voreinstellungen lässt sich festlegen, ob alle importierten Fotos automatisch eine Tonwertkorrektur erhalten sollen. Ebenso lassen sich in den Voreinstellungen Standardeinstellungen anhand der Seriennummer oder an den ISO-Werten der Kamera festmachen. Dazu sind dann aber weitere Handgriffe noch notwendig.(-14-)
Ebenso gibt es eine Sektion Kamerakalibrierung in den Entwicklungseinstellungen. Dort kann man neben der Prozessversion auch ein Profil hinterlegen: ACR 3.4 (Adobe Camera RAW), ACR 4.4, Adobe Standard und je nach Kamera entsprechende Kamera Profile. So kann man Fotos erhalten, wie sie auch als JPEG-Dateien von der Kamera gekommen wären. Ich wähle hier meist zunächst den Adobe-Standard

Vorgaben

Was sind Vorgaben?

Vorgaben in Lightroom sind gespeicherte Entwicklungseinstellungen. In Lightroom können eine enorme Zahl von Entwicklungseinstellungen vorgenommen werden. Dies sind zumeist Schieberegler, mit denen sich unterschiedliche Werte zu Weißabgleich, Belichtung, Kontrast, Klarheit, Dynamik, Farbton, Sättigung, Schärfen, etc. einstellen lassen. Die einmal vorgenommen Einstellungen lassen sich dann als Vorgabe speichern. Wählt man nun ein anderes Foto aus, lassen sich die gleichen Einstellungen wieder auf dieses Foto übertragen. Im Unterschied zur Synchronisierung von Fotos, bei der sich auch Entwicklungseinstellungen auf andere Fotos übertragen lassen, können Vorgaben auch exportiert werden und damit anderen Lightroombenutzern zugänglich gemacht werden.

Presets / Vorgaben

Presets / Vorgaben

Im Internet gibt es unzählige Seiten auf denen Vorgaben (auch Presets genannt) heruntergeladen werden können.(-15-) Viele gibt es kostenlos, für einige muss man aber teilweise tief in die Tasche greifen. Das Gute an den Vorgaben ist, dass nach der Anwendung einer Vorgabe, die Schieberegler oder Einstellungen zwar gesetzt werden, sie lassen sich jedoch immer noch anpassen bzw. verändern. So sind Vorgaben für mich gute Ausgangseinstellungen, um dann für ein einzelnes Bild individuelle Einstellungen noch vornehmen zu können.

Wie arbeite ich mit den Vorgaben?

Bevor ich eine Vorgabe anwende, korrigiere ich bei allen Fotos zumindest den Weißabgleich. Meistens fange ich (so fern vorhanden) mit den 5 Sterne Fotos an und experimentiere mit verschiedenen Vorgaben herum. Um flexibel verschiedene Vorlagen bei einem Foto ausprobieren zu können, lege ich mehrere (vier bis fünf) virtuelle Kopien (-16-) eines Fotos an. So kann ich die unterschiedlichen Auswirkungen der Vorgaben nebeneinander stellen und vergleichen. Die Vorgaben dienen mir hier meist nur als Ausgangsbasis für meine individuellen Einstellungen.

Habe ich die 5 Sterne Fotos nach meinen Vorstellungen entwickelt, arbeite ich an den 4 Sternen Fotos weiter. Aufgrund der höheren Anzahl an 4 Sterne Fotos, erstelle ich meist nur ein oder maximal zwei virtuelle Kopien, bei denen ich dann mit verschiedenen Einstellungen experimentiere. Auch hierbei dienen mir die Vorgaben nur als Ausgangsbasis für meine individuellen Einstellungen.

Bei allen restlichen Fotos wende ich dann meistens nur eine allgemeine Vorgabe für Tonwert oder Belichtungskorrekturen an. Eine individuelle Anpassung findet nicht statt.

Individuelle Nachbearbeitung

Die meiste Zeit verwende ich für die Nachbearbeitung der Fotos

Einzelne Fotos, gerade 5 Sterne Bilder, bearbeite ich auch oft ohne eine Vorgabe. Dabei gehe ich die einzelnen Entwicklungseinstellungen nacheinander durch. Auf eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Einstellungen verzichte ich hier und möchte auf den folgenden Artikel verweisen, in dem ich speziell Entwicklungseinstellungen mit Lightroom und Aperture erläutere.(-17-)

Sind alle Korrekturen, Experimente und Entwicklungseinstellungen abgeschlossen, liegen meine Fotos so vor, wie ich sie gerne präsentieren möchte. Im Idealfall hat bis dahin noch niemand meine Fotos gesehen. Die Präsentation der Fotos erfolgt im nächsten Schritt.

Wer will meine Fotos sehen?

Teil vier des Foto Workflow Lightroom ist die Präsentation bzw. der Export. Wofür betreibt man den ganzen Aufwand Fotos zu entwickeln, wenn sie hinterher keiner sieht. Lightroom und andere Programme und Dienstleistungsanbieter bieten eine Vielzahl an Präsentationsmöglichkeiten für die eigenen Fotos. Selbstverständlich kann man auch seine Kamera oder seine Speicherkarte direkt zu einem Fotolabor bringen und entwickeln lassen, doch es gibt inzwischen mehr Möglichkeiten. Ob Sie Ihre Fotos nun nach der Entwicklung in Lightroom zu einem herkömmlichen Fotolabor (in Form eines Fotogeschäftes, Drogeriemarktes oder Elektroladens) bringen und sich Abzüge erstellen lassen oder lieber Ihre Fotos auf ein Online-Portal für Bilder (Picasa, Flickr, etc.) hochladen, Ihre Fotos zu einem Online-Fotolabor senden, eine eigene Webseite erstellen, eine Diashow für Ihren Rechner oder gar das ganze auf CD/DVD brennen, um es am Fernseher anschauen zu können oder sich ein eigenes Fotobuch erstellen, in all diesen Fällen müssen Sie zunächst Ihre Fotos aus Lightroom exportieren.

Exportieren

Lightroom legt sehr viel Wert auf die Exportmöglichkeiten von Fotos. In Lightroom 3 stehen drei eigene Module für die Präsentation zur Verfügung und dazu noch die Möglichkeit Fotos bei Veröffentlichungsdiensten wie Flickr oder Facebook hochzuladen.(-18-) Lightroom 3 sieht vor seine Fotos entweder bei einem der bekannten Dienste zu veröffentlichen, eine Diashow zu erstellen, eine Webseite für die Fotos anzulegen oder einfach die Fotos am heimischen Drucker auszudrucken.

Vorweg Ausdrucke und Diashows erstelle ich äußerst selten und werde diese hier nicht vorstellen, da sie nicht Bestandteil meines Standardworkflows sind. Ich lade Fotos auf unterschiedliche Webseiten von mir hoch, überspiele sie zum umherzeigen auf mein iPad und sende sie an Online-Fotolabors um Abzüge (selten auch Fotobücher) zu bestellen.

Fotos auf das iPad überspielen

Die Frage, die ich von Ihnen erwarte, lautet: Warum ich nicht gleich vor dem Import alle Fotos von meiner Kamera auf das iPad übertrage, dann könnte ich mir doch den Export zum iPad später sparen. Nein, denn es gibt einen Unterschied. Beim Import über das iPad liegen unbearbeitete RAW-Daten vor, die am Rechner dann bearbeitet und entwickelt werden. Erst dann gelangen Sie als exportierte JPEG-Dateien wieder auf das iPad und können gezeigt werden. Die unbearbeiteten RAW-Dateien lösche ich auch wieder nach dem Import auf den Rechner vom iPad herunter.

Beim Export auf mein iPad vermisse ich das integrierte Gesamtkonzept von Apple. Der Fotostream, der es erlaubt Bilder zwischen allen Apple Geräten (iPad, Mac, iPhone, iPod) über die iCloud zu synchronisieren, ist für Lightroom nicht zugänglich. Um meine Fotos mit dem iPad zu synchronisieren bedarf es daher eines kleinen Kniffs.

Ich verwende dafür die Möglichkeit der Veröffentlichungsdienste. Neben den voreingestellten Möglichkeiten Fotos nach Facebook, Flickr oder Smug Mug zu exportieren, kann man seine Fotos auch auf der eigenen Festplatte veröffentlichen. Der Vorteil der Veröffentlichungsdienste ist, dass man über (Smart-)Sammlungen die gewünschten Fotos für eine Veröffentlichung zusammenträgt. Dies bedeutet wiederum, wenn ich Änderungen in der Sammlung vornehme oder über die Filter in der Smart-Sammlung neue Fotos hinzukommen, werden mir diese zum erneuten Veröffentlichen angezeigt.

Veröffentlichungsdienste

Veröffentlichungsdienste

Ich habe also einen Veröffentlichungsdienst für die Festplatte angelegt. In diesem Dienst habe ich mehrere (Smart-)Sammlungen angelegt, welche mir dann auf dem iPad als Alben dargestellt werden. In den Einstellungen der Veröffentlichungsdienste muss nun nur noch angegeben werden, in welchen Ordner auf meiner Festplatte die Fotos exportiert werden sollen. Diesen habe ich sinnvollerweise ipad genannt. Die (Smart-)Sammlungen werden als separate Unterordner angelegt. Doch eins nach dem anderen: Im Lightroom-Veröffentlichungsmanager vergebe ich zunächst einen Namen für den Dienst, also zum Beispiel iPadSync. Danach lege ich fest, in welchen Ordner die Fotos exportiert, sprich hinkopiert werden sollen. Zusätzlich kann ich die Dateien umbenennen lassen. Mir stehen dabei die gleichen Vorgaben zur Verfügung wie beim Import. Normalerweise, lasse ich die Dateinamen aber so, wie sie in Lightroom bereits heißen; ich hatte mir ja bereits beim Import darüber Gedanken gemacht.

Mein Wasserzeichen

Mein Wasserzeichen

Wichtiger sind die Dateieinstellungen, denn hier lege ich fest, dass die Fotos als JPEGs (-19-) exportiert werden sollen. Lightroom wendet nun aber die in der Datenbank gespeicherten Entwicklungseinstellungen an, so dass die Fotos die gewünschten Verbesserungen oder Bearbeitungen erhalten. Die Qulität der JPEGs setzte ich auf 80%, das reicht für die Darstellung am iPad. Bei der Bildgröße beschränke ich die Fotos auf Lange Kante 1200 Pixel, da das iPad 2 nur eine Display-Auflösung von 1024 x 768 Pixel besitzt. Bei der Ausgabenschärfe stelle ich Schärfen für Bildschirm Standard ein. Die Metadaten bette ich ein. Dafür habe ich ebenfalls eine Vorlage für meine Bedürfnisse angepasst. Ebenso verwende ich ein Wasserzeichen für all meine exportierten Fotos.(-20-) Damit sind alle notwendigen Einstellungen getätigt und ich kann meine Fotos veröffentlichen, sprich auf meine Festplatte exportieren. In Itunes mit angeschlossenem iPad lege ich nun in der Rubrick Fotos fest, dass alle Bilddateien aus dem oben erwähnten Ordner iPad auf das iPad kopiert werden sollen (dies geht natürlich identisch auch mit iPhone und iPod).

Fotos für meine Webseite

Die Überschrift legt nahe, dass ich hierfür das Modul Web aus Lightroom 3 verwende. Dem ist aber nicht so. Man kann zwar mit dem Modul Web HTML-Seiten oder Flash-Seiten erstellen, da ich aber andere Ansprüche an meine Webseiten habe und diese meist auch mit einem CMS betreibe, nutze ich das Modul Web nicht. Ich verwende vielmehr auch hier die Veröffentlichungsdienste von Lightroom.

Exportdialog

Exportdialog

Ich habe mir einen zweiten Veröffentlichungsdienst mit dem Namen mkPhotographie für die Festplatte eingerichtet. Im Unterschied zu den Einstellungen zum iPad-Export, verwende ich eine andere Bildgröße, niedrigere Qualität der JPEGs und eine andere Namenskonvention. Ebenso werden die Fotos natürlich in einen anderen Ordner auf meiner Festplatte gespeichert. Auf meiner Webseite mkPhotographie stelle ich die für mich künstlerisch wertvollen Fotos aus. Leider gibt es hierfür keinen Automatismus. Die auf meiner Festplatte gespeicherten Fotos werden in einem separaten Workflow auf meiner Seite importiert.

Mit diesem Dienst exportiere ich auch Bilder, die ich nicht als künstlerisch wertvoll betrachte, sondern meiner Familie und Freunden präsentieren möchte. Aufgrund der AGBs von Facebook und Google exportiere ich so gut wie keine Fotos mehr zu deren Dienste (Facebook, Picasa), sondern habe eine Gallery3 Webseite erstellt auf der ich auch dezidierte Rechte für einzelne Gruppen vergeben kann. Hier steht mein Workflow aber noch nicht entgültig fest, da ich noch eine mögliche Exportfunktion zwischen Lightroom und Gallery3 suche.

Fotolabor, Fotobücher und E-Mail

Sollen Fotos für Abzüge an ein Fotolabor gegeben werden, egal ob online oder über ein herkömmliches Labor (Fotograf, Elektronikmarkt oder Drogeriekette), so exportiere ich die Fotos aus Lightroom in einen beliebigen Ordner auf meiner Festplatte. Dafür habe ich mir in den Exportvorgaben eine Vorlage JPEGs volle Größe Abzug erstellt. Die abweichenden Einstellungen dieser Vorlage lauten bei Speicherort Ordner später wählen […], bei Dateieinstellung ist das Format JPEG in Qualität 100%, Bildgröße ist abgehakt (Originalgröße), bei Ausgabeschärfe ist Schärfen für Glanzpapier eingestellt, Metadaten sind nicht notwendig, aber die Vorlage meines Wasserzeichens (je nachdem, ob ich es auf den Bildern sehen möchte oder nicht).

Das gleiche gilt auch für Fotobücher. Da ich Lightroom 4, das eine integrierte Fotobucherstellung enthält, nicht verwende, exportiere ich die Fotos wie eben beschrieben in einen beliebigen Ordner und verwende eine Fotobuchsoftware eines Anbieters. Ich habe Fotobücher von Pixum und Fotobuch.de getestet und war bei beiden zufrieden. Einen Test verschiedener Fotobuch Anbieter aus dem Sommer 2012 finden Sie bei Fotobuch Berater.

Letzendlich versende ich manchmal auch noch Fotos per E-Mail. Auch hierfür habe ich mir eine Vorlage für den Export generiert. In den Exporteinstellungen habe ich die Größe auf lange Kante 1000 Pixel eingestellt, Ausgabeformat ist JPEG mit 80%, Ausgabeschärfe ist Bildschirmoptimiert, Metadaten und Wasserzeichen sind angehakt. Den Exportordner wähle ich auch später und habe keinen voreingestellt.

Sonstiges

Alles was ich sonst noch mit meinen Fotos anstelle ist eher selten, so dass ich dabei nicht von meinem üblichen Workflow sprechen möchte.

Zusammenfassung

Ich fasse meinen Foto Workflow Lightroom zusammen. Egal wie, aber wenn Sie ambitioniert fotografieren, werden Sie immer einen bestimmten Ablauf einhalten, um Ihre Fotos von Ihrer Kamera auf den Rechner zu übertragen. Wenn Sie sie auf Ihrem Rechner gespeichert haben, dann werden Sie „irgendetwas“ mit diesen Fotos machen, egal ob Ausdrucken, Versenden, oder Präsentieren. Um die Zeit, die ich für meine Fotos benötige zu optimieren, habe ich mir einen Arbeitsprozess (Workflow) überlegt, der es mir ermöglicht den Import von der Kamera auf meinen Rechner, die Verarbeiten der RAW-Dateien und den Export der bearbeiteten Fotos in optimaler Zeit zu schaffen.

Dabei habe ich die drei großen Bereiche Import, Verwalten/Entwickeln und Export definiert. Das sind keine Erfindungen von mir, sondern mehr oder weniger die Struktur innerhalb Lightrooms. Zum Schluss möchte ich meinen Workflow nochmals in kurzer abstrahierter Form darlegen:

  1. Import
    • direkter Import von der Kamera nach Lightroom 3
    • indirekter Import von der Kamera über das iPad (Photosmith) nach Lightroom 3
    • indirekter Import von iPhone über Dropbox nach Lightroom 3
  2. Verwaltung
    • Ergänzen von GPS-Daten
    • Aussortieren der Fotos, die nichts geworden sind, mit Hilfe der Markieren Funktion Abgelehnt in Lightroom 3
    • Einteilen der Fotos in die Farbmarkierungen grün, gelb und rot (gelb wird erneut geprüft bis es entweder grün oder rot ist)
    • Bewerten der grün-markierten Fotos mit 1-5 Sternen
    • Erstellen von unterschiedlichen (Smart-)Sammlungen zur besseren Übersicht der Fotos
  3. Entwicklung
    • Grundlegende Korrekturen wie Weißabgleich oder Tonwertekorrektur, etc.
    • Nachbearbeitung mit Presets
    • Individuelle Nachbearbeitung
  4. Export
    • Präsentation auf dem iPad
    • Präsentation auf mkPhotographie
    • Präsentation für Familie und Freunde in einer Gallery3
    • Fotos per E-Mail senden
    • Abzüge von Fotos bestellen
    • Fotobücher erstellen

Auch wenn es in dieser Liste nicht so erscheinen mag, den größten Zeitaufwand benötige ich für den Punkt Entwicklung, alle anderen Punkte erfolgen mehr oder weniger automatisiert.

Wenn Sie noch Fragen zu meinem Workflow haben oder gerne Ihren Workflow uns mitteilen möchten, dann verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion weiter unten.

Fußnoten

  1. Ich verwende als Namenskonvention eine Zusammensetzung aus drei Teilen. Der erste Teil besteht aus dem Aufnahmedatum im Format YYYYMMDD (vierstellige Jahreszahl, zweistellige Zahl für den Monat und zweistellige Zahl für den Tag). Dann folgt eine Bindestrich und als zweiter Teil ein freiwählbarer Begriff. Dies kann zum Beispiel das Ziel meiner Reise sein, die Person, die abgelichtet ist oder ähnliches. Dann folgt erneut eine Bindestrich. Der dritte Teil ist eine fortlaufende dreistellige Nummerierung. Die Dateiendung bleibt erhalten, ich sorge aber dafür, dass der komplette Dateinamen in Kleinbuchstaben gespeichert wird.
    Beispiel für einen Dateinamen: 20120801-finnland-162.cr2
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  2. Vergleiche die Artikel IPTC-Daten, Metadaten in Fotos und Verschlagwortung von Fotos
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  3. Die Vorteile des RAW-Datenformats sind ausführlich im Artikel Rohdaten – Welche Vorteile bietet das RAW-Format? erläutert.
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  4. Der Artikel zur Verwendung der App Photosmith existiert noch nicht. Wenn Sie darüber informiert werden wollen, abonnieren Sie bitte die Kommentare zu diesem Artikel hier.
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  5. Prinzipiell geht das auch per UMTS. Dies lässt sich aber in den Einstellungen aus Kostengründen deaktivieren
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  6. Auf meiner externen Festplatte habe ich einen Ordner mit Namen Fotografie. Innerhalb dieses Ordners lege ich für jedes Shooting, jede Reise oder Urlaub, jedes Ereignis oder sonstige Kategorie einen eigenen Ordner an. Innerhalb dieser Ordner wird dann von Lightroom ein Ordner pro Jahr, Monat und Tag angelegt.
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  7. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Datum und die Zeit auf der Kamera mit den Angaben auf dem iPhone übereinstimmen. Dies kann vor allem zu Problemen führen, wenn man die Zeitzonen wechselt. Das iPhone wechselt diese gegebenenfalls automatisch, die Kamera nicht. Es gibt jedoch die Möglichkeit in Lightroom die Aufnahmezeiten anzupassen. Dies sollte man vor der Zuordnung der GPS-Daten prüfen.
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  8. Vergleiche hierzu den Artikel Fotografien bewerten.
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  9. Ich sehe alle Fotos in mehreren Durchgängen an. Prinzipiell ist es auch möglich sowohl die Markierung als auch die Farbmarkierung und Bewertung in einem einzigen Durchgang festzulegen. Ich teile dies aber lieber auf mehrere Durchgänge auf, da ich beim mehrfachen Durchsehen der Fotos immer mehr Details finde, die mir in meinen Fotos gefallen.
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  10. Vergleiche hierzu den Artikel Fotografien bewerten.
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  11. Die Vorteile des RAW-Datenformats sind ausführlich im Artikel Rohdaten – Welche Vorteile bietet das RAW-Format? erläutert.
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  12. Nicht-destruktive Bearbeitung bedeutet, dass Änderungen und Korrekturen nicht an der Originaldatei vorgenommen werden und in dieser gespeichert werden. Die in einer Software eingestellten Korrekturen für z.B. Weißabgleich, Belichtung, Farbe, etc. werden nur in dem Softwareprogramm angezeigt und in einer Datenbank zu dem Foto gespeichert. Erst beim Export des Fotos werden die Änderungen auf die Bilddatei angewandt und als neue Datei abgespeichert. So stellt man sicher, dass die Originaldatei immer erhalten bleibt.
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  13. Der Artikel zu Korrekturen bei RAW-Dateien existiert noch nicht. Wenn Sie darüber informiert werden wollen, abonnieren Sie bitte die Kommentare zu diesem Artikel hier.
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  14. Vergleiche den Artikel RAW-Dateien vollautomatisch entwickeln und optimieren – Teil 2.
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  15. Einen guten Einstieg findet man bei Patrick Ludolph auf seinem Blog neunzehn72 oder man googelt einfach nach Lightroom Presets
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  16. Virtuelle Kopien sind keine eigenständigen Dateien oder Duplikate. Bei virtuellen Kopien in Lightroom handelt es sich um Metadaten im Katalog, in dem unterschiedliche Korrektursätze gespeichert werden.

    Erstellen Sie eine virtuelle Kopie eines Fotos und wenden Sie dann die Anpassungen darauf an. Wenn Sie eine weitere Version des Masterfotos anfertigen möchten, erstellen Sie eine weitere virtuelle Kopie und wenden Sie die neuen Einstellungen darauf an. Sie können beliebig viele virtuelle Kopien eines Masterfotos anlegen. Sie können sogar eine der virtuellen Kopien als Master festlegen, wodurch der vorherige Master zur virtuellen Kopie wird.
    Nach dem Anlegen werden virtuelle Kopien automatisch mit dem Masterfoto gestapelt. In der Rasteransicht oder im Filmstreifen zeigt das Masterfoto in der oberen linken Ecke des Miniaturbildes die Anzahl der Bilder an. Links neben den Miniaturen enthalten virtuelle Kopien Symbole zum Blättern.Adobe

    Beim Exportieren von virtuellen Kopien ist zu beachten, dass alle den gleichen Dateinamen besitzen. Mit der Umbenennung in den Exporteinstellungen ist dies jedoch kein Problem (vgl. Artikel Virtuelle Kopien exportieren oder veröffentlichen).
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  17. Der Artikel zu Korrekturen bei RAW-Dateien existiert noch nicht. Wenn Sie darüber informiert werden wollen, abonnieren Sie bitte die Kommentare zu diesem Artikel hier.
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  18. In Lightroom 4 gibt es ein neues Modul. Mit diesem lassen sich Fotobücher direkt aus Lightroom heraus erstellen.
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  19. Es können aus Lightroom Bilder in den Formaten JPEG, PSD, TIFF, DNG oder die Originaldatei exportiert werden.
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  20. Das Wasserzeichen enthält Copyright Hinweise zu meinen Fotos. Das Wasserzeichen ist eine transparente PSD-Datei.
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Marc Koschel

Über Marc Koschel

Fotograf • Musikhörer • Blogger • Denker • Kaffeetrinker
— Marc Koschel lebt bei Mannheim und bloggt seit 2001 über digitale Workflows

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6 Kommentare bisher

1. Pingback

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Fotodienste und Fotolabore » Digital Workflows
12. Oktober 2012 um 11:03

[…] (sofern der FTP-Upload wieder funktioniert). Beide lassen sich über Plugins nahtlos in meinen Fotoworkflow mit Lightroom integrieren. Ebenfalls nicht schlecht, wenn auch nicht passend zu meinem Workflow ist DM, da ich um […]

2. Kommentar

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Jakob
4. Januar 2013 um 14:55

Hallo Marc,

mich würde interessieren welche Hardware-Voraussetzungen den Einsatz von Lightroom 3 rechtfertigen? Ich habe eine LR Version 3 als Geschenk bekommen und aus Zeitgründen liegt diese noch unausgepackt in der Box. Jetzt würde ich gerne – dank Deiner ausgezeichneter Workflow-Einleitung – mich mit dem Thema befassen, bin aber unschlüssig, ob ich auf die Version 4 gleich upgraden soll? Eingesetzt soll die Software an einem 27″ Imac Baujahr 2011 3.1GHz Q5 Prozessor mit 12 GB RAM. Was würdest Du empfehlen?

Beste Grüsse
Jakob

3. Kommentar

Marc Koschel

Marc Koschel
11. Januar 2013 um 11:05

Hallo Jakob,

ich denke, dass Lightroom 3 auf deiner Hardware laufen wird. Bei mir läuft es auf einem 2009er Mac Mini mit 2 GB RAM. Nicht immer optimal, aber es läuft gut. Ich habe bisher nur nicht auf LIghtroom 4 upgegraded, da hierfür meine Hardware nicht ausreichen dürfte.
Grundlegend ist immer die Hardwarevoraussetzung der Softwarehersteller, ob man dann mit der Performance zufrieden ist, liegt immer beim Anwender. Ich halte mich daher immer etwas zurück, Empfehlungen abzugeben oder gar Aussagen zu treffen, wie „Ja,ja, mach nur, das wird schon super klappen“. Aber allein von den Daten – vor allem die 12 GB RAM, die du genannt hast, liegst du weit über den Mindestanforderungen von Adobe (Intel-Prozessor, Mac OS X Version 10.5 oder 10.6, 2 GB RAM, 1 GB freier Festplattenspeicher, 1024 x 768 Punkt Monitorauflösung, CD-ROM-Laufwerk)

4. Pingback

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Jutta Röhring (knoedl) | Pearltrees
19. März 2013 um 09:59

[…] Foto Workflow Lightroom 3 » Digital Workflows […]

5. Kommentar

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Hermann
2. November 2013 um 23:22

Dein Artikel ist mir heute beim Surfen aufgefallen – toller interessanter Beitrag!

Da komme ich mit Sicherheit des öfteren vorbei auf Deinem Blog.

Ich werde Deinen Blog weiterempfehlen, vielen Dank für die Infos.

Schöne Grüße
Hermann

6. Kommentar

Marc Koschel

Marc Koschel
21. September 2016 um 15:26

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