Die Zeiten ändern sich schnell

Dieser Artikel ist älter als 5 Jahre — im Internet eine sehr lange Zeit. Eventuell ist der Inhalt beziehungsweise sind die getroffenen Aussagen nicht mehr aktuell.

Was kann ich wo teilen und posten?

Wer ein Blog betreibt wird irgendwann vor der Herausforderung stehen, was schreibe ich eigentlich und wo bekomme ich Informationen zum Teilen und Posten her. Profis und hochambitionierten Bloggern (mit den entsprechenden Zeitreserven) geht da bestimmt der Inhalt nicht aus. Was ist aber mit den Hobbybloggern, die durchaus etwas zu sagen haben, aber eben nur ein paar mal im Monat oder sogar Jahr. Die Gründe dafür mögen Zeitmangel sein. Wie kann man sein Blog nun aber dennoch aktuell halten. Und vor allem wie mache ich dass, wenn ich mein Blog auch noch bei Twitter, Facebook Pages und anderen social networks aktuell halten möchte?

Heute habe ich also einmal ein Thema „Teilen und Posten“ aus dem Bereich Social Networks. In den vergangenen Wochen habe ich mich damit beschäftigt, wie ich am Besten, Informationen, die ich aus News, RSS-Feeds oder auf Webseiten erhalte, weitergebe und auf Twitter bzw. Facebook Pages teilen und posten kann. Lassen Sie mich zunächst die Ausgangssituation festhalten:

Teilen für Digital-Workflows und Music-Knoten

Ich betreibe zwei unterschiedliche Webseiten. Zum einen diese hier, auf der Sie gerade diesen Artikel lesen. Die Themen umfassen digitale Workflows hauptsächlich in der Fotografie und beim Webdesign. Die andere Webseite heißt Music-Knoten. Eine Webseite um meine Musiksammlung zu verwalten und zum Sammeln von Kritiken zu einzelnen Alben. Für beide Webseiten führe ich einen Twitteraccount und habe jeweils eine Facebook Seite (FB Pages) innerhalb meines privaten Hauptaccountes. Diese Themen im Allgemeinen (Fotografie, Website & Musik) interessieren mich natürlich auch privat. Ich habe unterschiedliche RSS Feeds abonniert, die ich in meinem Google Reader Account verwalte und lese. Interessante Artikel möchte ich dann teilen und posten. Dabei lese ich die Feeds selten im Webbrowser direkt auf der Google Reader Webseite, sondern meistens auf meinem iPad oder (seltener) iPhone. Auf meinem iPad verwende ich die mobile App Mr Reader, auf dem iPhone Reeder. Beide Apps bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, die gelesenen Feeds mit anderen Diensten zu teilen, unter anderem natürlich auch mit Twitter und Facebook teilen. Bis vor ca. einem Jahr war die Welt noch in Ordnung.

Was kann ich wo teilen und posten

ifttt

Gefiel mir ein Artikel, den ich las, konnte ich den Artikel mit dem entsprechenden Twitteraccount teilen. Mit iOS ist dies kein Problem, da das mobile Apple Betriebssystem mehrere Twitteraccounts standardmäßig verwalten kann. Will man nun also einen Artikel teilen, tippt man den entsprechenden Eintrag in Mr Reader oder Reeder an, wählt den entsprechenden Twitteraccount aus, die wichtigsten Infos (Titel und URL) sind bereits eingetragen und tippt nur noch auf senden, sofort lässt sich der Artikel dann teilen. Alles klar, dies geht auch aktuell noch. Bis letztes Jahr (2012) war es dann möglich den Twitter Account zusätzlich mit Facebook oder den Facebook Seiten zu verknüpfen, um so die Artikel über Twitter auch bei Facebook teilen zu können. So konnte ich jeden Tweed auf meinem privaten Twitteraccount mit meinem Facebook Profil teilen, Tweeds auf #DigiWorkflow auf der entsprechenden Facebook Seite und #MusicKnoten Tweeds wiederum auf der anderen entsprechenden Facebook Seite teilen. Mir ist nicht bekannt, wann es geändert wurde, aber aktuell ist es nur noch möglich einen Twitter Account mit seinem Facebook Profil und den darin enthaltenen Seiten zu verknüpfen. Mein Workflow funktionierte nicht mehr, eine Lösung war aber schnell gefunden.

Alternativen, die beim Teilen nicht funktionierten

Ich installierte auf Facebook das Programm RSS-Graffiti, das es mir erlaubte beliebige RSS Feeds auszulesen und die Artikel direkt auf Facebook oder den einzelnen Facebook Seiten zu teilen. Da jeder Twitter Account sein eigenen RSS Feed genererierte, konnte ich also eine Regel in RSS-Graffiti einrichten, die mir den Feed von meinen Tweeds auf #DigiWorkflow auf der entsprechenden Facebook Seite postete.

Buffer ist toll, aber teuer

Eine weitere Regel las den den Feed meines Twitter Accounts für #MusicKnoten aus und die einzelnen Tweeds wurden auf der Facebook Seite für den Music-Knoten geteilt. Dies funktionierte bis September 2012; dann änderte Twitter seine Richtlinien und es war verboten Tweeds auf anderen Diensten zu teilen. Die RSS-Feeds von den eigenen Tweeds wurden zwar nicht abgeschafft, aber gut versteckt, so dass sie kaum noch auffindbar waren, zudem wurde es auch offiziell untersagt, die Tweeds zum Teilen auf anderen Plattformen zu verwenden. Obwohl ich den neuen RSS Feed meiner Accounts wusste, akzeptierte nun RSS-Graffiti die Twitter Feeds nicht mehr, da sie sich an die Richtlinien von Twitter selbstverständlich hielten.

Mit anderen Diensten teilen

Ich versuchte nun neue Dienste aus, um sowohl auf meinen Twitter Accounts zu teilen, als auch auf meinen Facebook Seiten die Artikel zu teilen. Dabei entschied ich mich letztendlich, wenn ich etwas als Marc Koschel poste, weiterhin dies über meinen privaten Twitter Account poste, der noch immer mit meinem Facebook Profil verknüpft ist. Aber für meine beiden Webseiten musste eine neue Lösung her. Ich probierte viele Dienste aus, die mir alle aus unterschiedlichen Gründen nicht zusagten: Entweder, weil sie nicht von den beiden Apps Mr. Reader und Reeder unterstützt wurden (und diese Apps sind gesetzt), oder weil ich mit dem Teilen auf Twitter und Facebook scheiterte.
Mit Buffer war ich fast am Ziel.

Der Clou heißt: ifttt

Buffer ist ein Webseite, die man mit verschiedenen Accounts verknüpfen kann, unter anderem natürlich mit Twitter, Facebook und den Facebook Pages. Buffer wird auch von Mr Reader und Reeder unterstützt. Ich konnte also aus den Readern auf meinem iPad und iPhone interessante Artikel an Buffer teilen, dabei war es möglich bereits in den Readern auszuwählen, an welche Accounts es weitergeleitet werden sollte. Es funktionierte super, allerdings konnte man bei Buffer in der kostenlosen Variante nur zwei Accounts verknüpfen – Twitter und Facebook Pages (Mehr Dienste gab es für 10.- USD pro Monat, was mir zu teuer ist). Ich dachte zunächst, ich lege einfach einen zweiten Buffer Account für die andere Webseite an, aber ich kann nur einen Buffer Account mit meinem Reader verbinden. Zwei verschiede Reader verwenden? Nein, das ist auf jeden Fall zu umständlich und unnatürlich. Also suchte ich weiter und fand:

ifttt – IfThisThanThat

ifttt ist ein Webdienst, der unterschiedliche Dienste miteinander verknüpft. Vielmehr noch kann man sogenannte Trigger festlegen, die automatisiert dann etwas anderes ausführen. Die Dienste bei ifttt, dort Channels genannt, sind sehr vielfältig. Man bestimmt also zunächst den Trigger (z.B. ein neuer Artikel in einem bestimmten RSS-Feed, ein neu-gescrobbeltes Lied auf last.fm oder einen Eintrag bei einem bestimmten Dienst (Facebook, Tumblr, Google+, etc.), wird dieser Trigger ausgeführt, dann erledigt ifttt im Hintergrund eine Aktion – z.B. setzt es einen Post auf deiner Facebook Seite oder bei Twitter. 1

Google Reader Tags verwenden

Nun musste ich mir gut überlegen, was ich denn als Trigger verwende, um ohne großen Aufwand interessante Neuigkeiten auf meinen beiden Facebook Seiten und den entsprechenden Twitter Accounts zu posten. Dabei musste ich auch wieder darauf achten, dass ich nicht in das Dilema wie bei Buffer gerate, dass ich die Reader Apps nur mit einem Account verbinden kann. Denn auch ifttt lässt es nicht zu, seinen ifttt Account mit mehren Accounts des selben Channels zu verbinden. Das heißt, ich benötige wiederum zwei ifttt Accounts, jeweils einen für DigiWorkflow und einen für den Music-Knoten. Sie denken nun sicherlich, dann hat er doch wieder das gleiche Problem wie bei Buffer. Eben nicht! Denn jetzt kommt der Clou! Ich fand einen Trigger mit dem ich beide Accounts bedienen konnte.

Google Reader Schlagworte

Einen Trigger den ifttt anbietet, ist, dass es auf das tagging (verschlagworten) von Artikeln im Google Reader agieren kann. Also richtete ich im Google Reader zwei Schlagworte ein, die kurz, knapp und deutlich die beiden Webseiten trennen: dw für Digital Workflows und mk für Music-Knoten. Dann richtete ich in den beiden ifttt Accounts jeweils eine Regel ein, die mir beim Verschlagworten eines Artikels in meinem Google Reader Account mit dem entsprechenden Schlagwort, diesen Artikel auf meine Facebook Seite postet und jeweils eine Regel, die beim gleichen Schlagwort auch einen Tweed auf dem entsprechenden Twitter Account postet. Mit der Verschlagwortung spar ich mir auch noch wesentlich mehr Zeit als vorher beim Teilen der Artikel auf Twitter oder Facebook, da das Verschlagworten wesentlich einfacher und schneller geht.

Was noch mit ifttt geht

Mit ifttt lassen sich noch eine Unzahl von anderen Aufgaben automatisieren. Leider geht es in Deutschland (zumindest mit t-mobile) nicht, sich z.B. bei Wetteränderung eine SMS schicken zulassen (oder andere Aktionen, die die SMS-Aktionen oder gar Telefon Aktionen nutzen).
Man kann aber z.B. seine gescrobbelten Songs bei Google Drive oder Dropbox als Tabellendokument bzw- Textdokument speichern lassen.
Oder, wenn ein neues Angebot auf Amazon rauskommt (RSS-Feed) sich eine Email senden lassen. Die Möglichkeiten scheinen unendlich zu sein. ifttt bietet hier auch eine Seite mit allen möglichen Rezepten (so heißen die Trigger/Aktion Kombinationen). Auf der Seite Browse Recipes kann man stöbern und die Rezepte übernehmen.

Wenn Sie interessante Rezepte finden, würde ich mich freuen, wenn Sie sie hier in den Kommentaren posten würden.

Fußnoten

  1. ifttt hält sich selbstverständlich auch an die Richtlinien von Twitter und erlaubt es nicht Twitter als Trigger zu verwenden, sondern nur, so wie von Twitter auch erlaubt, andere Infos direkt auf Twitter zu posten. [zurück zum Text]
Marc Koschel

Über Marc Koschel

Fotograf • Musikhörer • Blogger • Denker • Kaffeetrinker
— Marc Koschel lebt bei Mannheim und bloggt seit 2001 über digitale Workflows

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2 Kommentare bisher

1. Kommentar

Marc Koschel

Marc Koschel
27. März 2013 um 09:16

Da findet man nach langer Zeit (siehe Artikel) einen logischen und gangbaren Workflow, setzt ihn konsequent um und freut sich, dass man von nun an Zeit sparen kann. Doch dann kommt Google daher und kündigt an die zentrale Komponente des eben gerade aufgesetzten Workflows, den man auch noch in einem ausführlichen Artikel der Öffentlichkeit erläutert hat, abzuschaffen. ab Juni 2013 hat Google den Google Reader abgekündigt.

Schock! Was nun. Es kündigen sich zwar Alternativen an, aber keine kann bis jetzt meinen Workflow abbilden. Also werde ich bald wieder auf der Suche sein.

Updates wird es in einem eigenen Artikel geben

2. Pingback

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Google Reader abgekündigt! » Digital Workflows
3. April 2013 um 10:05

[…] Vorhandensein als Dienst und der zentralen Verwaltung für andere Programme. In meinem Artikel Was kann ich wo teilen und posten? habe ich meinen Workflow beschrieben, wie ich über meine RSS-Feeds, den Google Reader und Mr. […]